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Pios > Methodik > Aufbau der Piostufe

Umbau ist angesagt!

Eine Piostufe gründen kann eine Abteilung nur dann, wenn grundlegende Umstrukturierungen gemacht werden. Die Veränderungen betreffen die ältesten Pfaderstüfler, die Hilfsleiter oder Venner und natürlich die Leiter resp. die Leitungsform der Pfader- und der neuen Piostufe.

Das ist ziemlich viel! Und muss darum auch gezielt und gut überlegt angegangen werden. Mit folgenden Fragen beschäftigt ihr euch am Besten einmal an einem extra dazu einberufenen Stufenleiterhöck:

  • Wie lange ist ein Pfädi in der Pfaderstufe?
  • Wann wird ein Pfader Hilfsleiter?
  • Wie alt sind unsere jüngsten Leiter?
  • Wieviele Leiterinnen brauchen wir für welche Gruppe?
  • Welche Funktion hat die Stufenleitung bei uns?
  • Weshalb haben wir dieses System und welche Vor- und Nachteile hat es?

Die meisten Fragen können nicht so ohne weiteres beantwortet werden, sie sind Teil eurer Abteilungskultur und machen aus, dass Pfadi bei euch so ist, wie ihr es kennt.

Die Gründung einer Piostufe verändert viel in diesem Gefüge. Wir sind davon überzeugt, dass eine Umstrukturierung in diese Richtung den Abteilungen gut tut und neue Perspektiven öffnet. Es ist jedoch ein längerer Weg bis an den Punkt, wo jeder neue Wolf weiss, dass sie eines grossen Tages dann mal Pio werden!

 

Bevor ihr die Piostufe einführen möchtet, muss zuerst klar sein, ob die Abteilung genügend gross und aktiv für eine eigene Piostufe ist. Für kleinere Abteilungen gibt es die Möglichkeit, abteilungsübergreifend oder im Corps eine Piostufe aufzubauen - was spannend ist und in diesem Alter sehr begehrt, aber auch relativ viel fordert von AL und Equipenleitungen.

Eure Abteilung als Ganzes muss hinter der neuen Stufe stehen und sie unterstützen. Und mit Abteilung sind insbesondere die andern Stufen, der Coach und der Elternrat gemeint. Quer durch alle Funktionen muss es einleuchten, dass die Piostufe nur die logische Folge der Pfaderstufe ist - und keine exotische Idee ohne Hand und Fuss.

Dazu zeichnet ihr am Besten einmal eure Abteilungsstrukur auf:

  • Auf einem Papier notiert ihr untereinander jedes Lebensjahr eurer Pfadis und Leiter (ab 5/6 wenn ihr Biber habt, ab 7 ohne) und dann rauf bis sicher 20 Jahre.
  • Nun tragt ihr die Übertritte ein und grenzt so die einzelnen Stufen voneinander ab.
  • Dann werden noch die Funktionen neben den Altern notiert wie Venner, Leiter, Stufenleiter etc.
  • Jetzt könnt ihr eure Einteilung vergleichen mit dem offiziellen Vorschlag für eine Abteilungsstruktur mit Piostufe: Stufenmodell (S. 2)

Eine dicke Liste mit Argumenten für eine Piostufe in deiner Abteilung! Für und wider, pro und contra und weitere Überlegungen: Argumentarium

Wenn ihr euch in der Abteilung die Einführung überlegt - seht euch die ersten Schritte in unserem Piostufen-Guide an!

 

Die Piostufe geht aiuf die Bedürfnisse der Pfader und Pfaderinnen ab 14 Jahren ein und kann ihnen eine neue Pfadiperspektive geben. Der Wechsel in eine neue Stufe bringt immer Abwechslung und Motivation und verringert damit die Austrittsgefahr.

 

Ist die Gründung der Piostufe beschlossene Sache, müsst ihr euch über die Organisation Gedanken machen:

  • Soll jedes Jahr eine neue Equipe gegründet werden (Jahrgangsequipe)?
  • Oder sollen die "neuen" in die bestehende Equipe eintreten - wie in der Wolfs- und Pfaderstufe?
  • Möchten wir Mädchen- und Jungesequipen trennen?

 Aus diesem Entscheid ergibt sich auch eine unterschiedliche Arbeitsform. Werden die Jahrgänge gemischt, können die jüngeren von den älteren lernen, analog der Wolfs- und Pfaderstufe. Jahrgangsequipen eröffnen dafür die Chance, mehr selber zu entdecken. Für die Leitung ist das ähnlich: gemischte Gruppen sind etwas leichter anzuleiten, der Equipengeist ist aber schwieriger aufzubauen. Reine Jahrgangsequipen brauchen am Anfang mehr Betreuung. Mit diesen Gruppen ist es einfacher, eine echte Gruppe zusammen zu schweissen, die dann auch gemeinsam zum Leiterteam wird.

Aber natürlich sind dies grundlegende Gedanken und kann je nach Zusammensetzung, Reife, Geschlechterverhältnis etc. variieren. Wie überall in der Pfadi. Pios sind eben wirklich nicht so exotisch, wie viele denken.

Stolpersteine

  • Doppelfunktionen (Leiten/Venner und gleichzeitig Pio)
  • "verknurrte", wenig vorbereitete Piostufenleiter
  • "Entsorgungsstufe" von unbrauchbaren Leitern/Hilfsleitern
  • keine Jahresplanung
  • Kontinuität fehlt, zu wenige Höcks
  • keine Ziele oder Aufgaben